Wacken Open Air Festival 2009

18. August 2009 | 13:44

Wacken Open Air Festival 2009

Autor: Hoekie

Das größte Metal-Festival der Welt öffnete dieses Jahr zum 20ten mal seine Türen für (offiziell) 80.000 Fans aus aller Welt.

Dieses Jahr war zwar kein großer Headliner wie z.B. 2008 Iron Maiden dabei, was vor allem im  Forum viel Kritik hervorbrachte, doch spielten Bands, die eine gewisse Geschichte zum Wacken haben.

Aber auch sonst gab es viele Neuerungen, auf die man gespannt war. So gab es, neben den drei bekannten Bühnen und der überdachten W.E.T Stage, ein Wackinger Areal, sowie ein Wrestling-Zelt. Auf dem Wackinger Areal drehte sich alles rund ums Mittelalter. Es gab außerdem eine eigene, kleinere Bühne, die Medieval Stage, auf der Bands wie Ingrimm oder Feuerschwanz spielten.

Zusätzlich gab es dann hier tägliche Spielaktionen wie die Highlandgames oder Ritterkämpfe.

Unsere Anreise am Dienstag auf Mittwoch war problemlos und lief wie geschmiert. Nachdem wir unser Camp aufgeschlagen hatten, drehten wir noch eine Runde übers Campinggelände und gingen dann nach einigen Met ins Bett um Kraft für den nächsten Tag zu sammeln.

Am Mittwoch ging ich auf dem Weg zum Backstage Check-in durch Wacken City und man wurde nicht nur von der schwarzen Menge mit einem : „ WACKÖÖN” und dem Pommesgabel-Gruß empfangen, denn auch die Dorfbewohner hatten sich angepasst. Wie jedes Jahr verkauften sie in ihren Gärten kühle Getränke und was für den kleinen Hunger.

Man brauchte eigentlich keine Lebensmittel mitbringen, denn man konnte hier einfach alles bekommen. So hatten Edeka, Schlecker, Apotheke und Sparkasse  in diesen Tagen Hochsaison.

Das Wetter war die Tage sehr durchwachsen, was der Stimmung aber nichts nehmen konnte und so ging es Mittwoch auch zu unserem ersten Pflichttermin, den Firefighters ( Pillemann, Fotze, Arsch). Die Stimmung war super und die Bierkrüge flogen hoch.

Abends wollten wir uns dann noch Onkel Tom ansehen, doch war das Zelt der W.E.T Stage so überfüllt, dass wir aus der Ferne lauschen und mitgröhlen mussten.

Am Donnerstag wurde es immer windiger und der Himmel sah nach mehr als nur Sonnenschein aus. Dennoch begaben wir uns voller Vorfreude zum Festivalgelände. Hier wartete Schandmaul auf uns, die mit Songs wie „ Der letzte Tanz”oder „Walpurgisnacht” die Menge zum Kochen brachte. Grade Anna Kränzlein, die Frau an der Geige, versteht es die Fans zum Tanzen zu animieren.

Weiter ging es mit dem Abschlusskonzert von Running Wild. Die Show begann etwas eigenartig mit einer kleinen Truppe Piraten, welche die Gefangennahme eines Desateures nach spielten.

Nach einer kurzen Pause kam Rock’n Rolf auf die Bühne. Die Show steigerte sich zunehmend und auch der sintflutartige Regen konnte nichts daran ändern.

Die Bühnenkulisse war an sich eher sparsam und auch größere Show-Effekte wurden vermisst.

An sich eine solider Auftritt, der eindeutig würdig war als letzte RW-Show. Songs wie „ Battle Of Waterloo”, „ Tortuga Bay” und abschließend „ Under Jolly Roger” erweckten bei den Fans tiefe Erinnerungen und es flossen selbst bei den gestandesten Männern Tränen.

Unser letztes Konzert an diesem Abend war von Heaven & Hell. Die Leistung von Ronnie James Dio mit Tony Iommi und Co war wohl kaum noch zu toppen.

Bei Songs wie „ Children of the Sea” oder „ I” konnte wohl kaum einer die Gänsehaut unterdrücken. Viele Worte wären überflüssig denn sie sind einfach Götter in allem was sie tun, sei es an Mikro, Gitarre, Bass oder Drums!

Die Nacht war alles andere als gemütlich. So goss es wie aus Eimern, dass selbst einige Zelte und Pavillons nicht standhalten konnte.

Das Festivalgelände war trotz allem noch unerwartet trocken und gut zu passieren.

Airbourne bot auch dieses Jahr wieder eine sehr akrobatische Show. So kletterte Sänger/Gitarrist Joel O’Keeffe diesmal oben auf die Bühnenträger und hing dort in knapp 10 Metern Höhe inkl. Gitarre.

Motörhead spielte wie immer souverän gut. Ein weiterer Leckerbissen waren die Fuel Girls bei „Kill By Death”, welche vor Lemmy’s Nase tanzten und ordentlich Hitze ins Publikum brachte.

Die Skandinavier, rund um Anders Fridé,n gaben ihren Fans bereits am späten Nachmittag beim Meet & Greet die Chance ihren Idolen von In Flames ganz nahe zu kommen.

Die Show am späten Abend war bombastisch und sicherlich eines der vielen Highlights auf dem Wacken dieses Jahr. Ein fettes Feuerwerk rundete, die rund um überzeugende Show, ab.

Das letzte Konzert am Freitag galt voll und ganz den Wikingern.

Um 2:00 Uhr nachts spielte Amon Amarth. Auf der Bühne war ein großes Wikingerschiff aufgebaut und auch einige Wikinger kämpften während des Konzertes um Leben und Tod.

Johan fing an zu growlen und die Welt stand still. Diese mörderische Stimme ist einfach einzigartig und dennoch versuchte man alles, um mitgrowlen zu können. Somit hatte jeder Zweite nach dem Konzert kaum noch eine Stimme. Aber gerade bei Songs wie „ Live for the Kill” ging die ganze Menge mit und man versuchte bei dem Chellosolo Apocalyptica im Nebel zu erkennen.

Nach einem geilen, letzten Konzert, gingen wir zurück zum Camp, um wieder Kraft zu tanken für den letzten Tag.

Am nächsten Tag wachte man in seinem Zelt auf und fühlte sich wie in einem Backofen, so brüllte die Hitze drinnen und draußen.

Am Nachmittag hatten wir die Ehre auf den Jägermeisterhochsitz zu gehen. Der Blick von dort oben war einfach genial. Man konnte über das komplette Festivalgelände blicken und auch das Dörfchen Wacken sah von oben sehr possierliche aus. Dazu gab es dann eisgekühlte Jägermeisterdrinks und somit waren wir rundum zufrieden.

Nachmittags ging es dann zu In Extremo. Sie lieferten eine super Show und verbreiteten eine super Stimmung. Jedoch wurden eher wenig ältere Songs gespielt, was viele enttäuschte.

Gleich danach kamen die Dänen mit Frontmann Michael Poulsen auf die Bühne. Volbeat lieferte eine super Show und schaffte es die Menge mit Songs wie „ The Garden’s Tale”und „Guitar Gangsters & Cadillac Blood” zum Beben zu bringen.

Für viele waren jedoch Machine Head die  Abräumer vom Wacken 2009 schlechthin und iniziieren den größten Killer-Moshpit überhaupt und zeigen sich dankbar über ein solch euphorisches Publikum. Flynn und Co. sprühen vor Energie und bieten den 80.000 eine grandiose Show mit Songs wie “Davidian” und “Halo”.

Korpiklaani legten auf der Party Stage eine super Show hin und boten allen die Möglichkeit sich das Eiter- und Butgespritze von Gwar auf der Black Stage nicht mit anzutun. Bekannt sind sie für die wohl geilst Party- und Tanzmusik. Da konnte man einfach nicht ruhig bei stehen bleiben.

Das abschließende Konzert dieses grandiosen Festivals gab Subway to Sally.

Den meisten Festivalbesuchern konnte man jedoch die letzten Tage ganz gut anmerken und grade nach Machine Head etc. war der meiste Dampf einfach raus. Also genossen wir die gute Musik und gingen danach zu unseren fertig gepackten Autos, um noch gleich Samstags nach Hause zu fahren.

Bei der Pressekonferenz wurden Themen wie die Schweinegrippe etc. angesprochen. So war auf dem Wacken kein einziger Fall von dem Virus bekannt, was sicherlich viele Festivalbesucher erleichtern wird. Auch war der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein anwesend und lobte das Festival in höchsten Tönen, so sei es ein Mittelpunkt der Welt für viele Metaler.

Fürs nächste Jahr wurde bestätigt, dass Metallica keinesfalls dabei sein wird. Jedoch Immortal und Corvus Corax wurden bereits bestätigt.

So ist auch dieses Jahr wieder das größte Metalfestival der Welt zu Ende gegangen. Friedlich war es so wie die Jahre zuvor und dieses Jahr gab es nicht einmal größere Zwischenfälle wie brennende Autos etc. – Also: Hails to another 20 Years! See you in Wacken 2010 – Rain or Shine!

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