Hands on: Groezrock 2011

24. März 2011 | 22:48

Hands on: Groezrock 2011

Autor: Jannes

Knapp einen Monat bis zum wohl bestbesetzten Festival im Bereich Metalcore/Emocore/Ska- und Folkpunk. Zum 20jährigen Jubiläum läd Belgiens beliebtester Sommerexport wieder einmal nach Meerhout – RockMag zeigt euch, warum sich die Reise ins Land der Pommes lohnt.

Kennern der Szene ist Groezrock seit Jahren ein Begriff. Mit fachmännischer Regelmäßigkeit gelingt es den Bookern, europäische und interkontinentale Größen unter einem Dach zu vereinigen – womit wir schon zur ersten Besonderheit des Festivals kommen. Man kann es nämlich nicht wirklich als Open Air bezeichnen, denn vor einigen Jahren griff man tief in die Tasche und kann nun drei gigantische Zelte sein Eigen nennen. Diese sind nicht nur ein herausragender Blickfang und sehen ziemlich geil aus: Imposante Lightshows sind auch tagsüber kein Problem und wer wünscht sich nicht ein Dach überm Kopf bei Regenschauern oder intensiver Sonnenstrahlung?

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Lineuptechnisch konnte man den ca. 10.000 Besuchern Jahr für Jahr wieder imponieren, die Zahl der erwähnenswerten Bands ist schier endlos:

Bullet For My Valentine, NoFX, Rise Againts, Anti-Flag, Billy Talent, Strike Anywhere, Silverstein, Sick Of It All, Story Of The Year, Enter Shikari, Mad Caddies, Lostprophets, Hatebreed, A Wilhelm Scream, Bad Religion, Dropkick Murphys, Raised Fist, AFI, Agnostic Front, H2O, Haste The Day, Pennywise, Sum 41, sie alle waren ein- oder mehrmals Teil des alljährlichen Wahnsinns in einem kleinen belgischen Bauernort.

Ob auf dem Zeltplatz, auf dem Festivalgelände oder vor der Bühne, überall herrscht eine ungezwungen freundschaftliche Stimmung unter dem internationalen Publikum. Spontane Bierbündnisse unter Deutschen, BeNeLux’ lern, Engländern, Skandinaviern und sogar Russen sind hier keine Seltenheit. Da verwundert es nicht, dass sich einige lokal schon bekannte Bands es sich nicht nehmen lassen, zum Zwanzigsten ein oder mehr Ständchen abzuliefern.

Da es sich beim Groezrock Wochenende um Ostern handelt, kann man von Glück sagen, dass die Belgier sich das in Deutschland übliche Tanzverbot nicht abgeschaut haben. Denn an diesem Tag präsentiert sich vor allem die -Core Szene von ihrer besten Seite:

We Came As Romans, August Burns Red und Hatebreed treiben allen Freunden der härteren Gangart die Körperteile in den Pit, während parallel Rufio, The Black Pacific (neue Band vom Pennywise Sänger Jim Lindberg), Danko Jones und Millencolin für den punkig-rockigen Teil der Veranstaltung zuständig sind.

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Abgeschlossen wird der Tag von Underoath und Flogging Molly, somit bleibt es jedem selber überlassen, ob er zertanzt oder zermosht den Zeltplatz zu ausgeweiteten Feierlichkeiten erreicht. Insgesamt spielen am Freitaag 33 Bands auf drei Bühnen, wobei genretechnisch ungünstige Überschneidungen weitestgehend vermieden werden konnten.

Der Samstag wartet mit mehr Vielfalt und noch mehr großen Namen. In den frühen Mittagsstunden hat man die Qual der Wahl zwischen Skaklängen von Streetlight Manifesto und elektrisiertem Emocore von Asking Alexandria. Hierbei wurde ein Fehler des letzen Jahres ausgemerzt, die aufstrebenden Amis wurden von der kleinsten auf die mittlere Bühne verfrachtet, angesichts des Massenandranges kein Wunder und nachvollziehbar.
Der Nachmittag steht im Zeichen von fröhlichem Skatepunk, es warten Sugarcult und Goldfinger auf der Mainstage. Parallel dazu geben sich für Freunde der härteren Gangart Dear Landlord die Ehre.

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Zur Abendbrotzeit gilt es wieder einmal sich zu entscheiden, so spielen Of Mice And Men, Comeback Kid und Thursday, welche außergewöhnlicherweise zweimal mit verschiedenen Sets auftreten, nahezu gleichzeitig. Die Krönung folgt im Endspurt: Es kann davon ausgegangen werden, zu späterer Stunde einen leeren Campingplatz vorzufinden:

Die Reunion von Boy Sets Fire, Descedents, CIV, Saves The Day, Dropkick Murphys, H2O, The Used und NoFX bilden Sahnehaubt und Kirsche gleichzeitig und werden sicherlich viel Laufkundschaft an jeder der drei Bühnen verursachen.

Besonders den Hardcore Legenden H2O scheint das vergangene Jahr einiges an Freude bereitet zu haben, als zahllose Fans auf Aufforderung die Bühne stürmten und das Ende des Konzerts zu einem unvergesslichen Ereignis für jeden Beteiligten machten. Ungünstigerweise lassen sich Überschneidungen bei dieser Ballung an hochqualitativer Musik nicht vermeiden.

Vor allem im nachmittaglichen, sowie festivalabschließenden Bereich, muss man sich wohl früh für eine Marschrute entscheiden, um sich später nicht über verpasste Bands oder ungünstige Plätze ärgern zu müssen. Sollte euch doch einmal die Langeweile packen, warten mit einem großen Merchandise Zelt und einer BMX Show lohnenswerte Alternativen auf euch. Allen Interessierten sei auch der Luftgitarrenweltrekord ans Herz gelegt, die Veranstalter suchen 2000 Mattenschwinger für einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde. Zudem bleibt der Bierpreis bei erfreulichen 5€ für drei Becher Gerstensaft.

Dies kann man vom Kartenpreis allerdings nicht behaupten. 125€ für beide Tage, inklusive Camping, sprengen sämtliche Preise der Vorjahre um ein Drittel, was in einschlägigen Foren auch lautstark angeprangert wurde. Sind euch die Bands dies Geld allerdings wert, gibt es kaum einen besseren Ort als Meerhout sich diese anzusehen.

Im letzten Jahr wusste das Festival durch nette Securitys, einen schönen Campingplatz, großes Fressalienangebot und kurze Wege rundum zu überzeugen. Ob es am 20sten Geburtstag wieder gelingt, erfahrt ihr nach dem Festival natürlich auf Rock-Mag.com!

Belgische Homepage (offiziell, Englisch)

Deutsche Homepage (inoffiziell)

Timetable Freitag

Timetable Samstag

Tickets

Das komplette Lineup (Reihenfolge dem Flyer entnommen):

Freitag: Flogging Molly – Hatebreed – Further Seems Forever – Underoath – Millencolin – August Burns Red – Danko Jones – Everytime I Die – Circa Survive – Thursday – Devil’s Brigade – The Black Pacific – The Blackout – Cute Is What We Aim For – Rufio – Craig’s Brother – White Chapel – Morning Again – Shai Hulud – Cancer Bats – Grey Area – Twin Atlantic – No Friends – We Came As Romans – Army Of Freshmen – The Acacia Strain – Miss May I – Bleed From Whithin – Veara – Impending Doom

Samstag: NoFX – Dropkick Murphys – Descedents – Boy Sets Fire – The Used – Saves The Day – Blood For Blood – H2O – Dashboard Confeional – Thursday – Madball – Snapcase – Goldfinger – Sugarcult – Comeback Kid – Piebald – CIV – NoTrigger – Streetlight Manifesto – Of Mice And Men – Homer – Teenage Bottlerocket – DeadToMe – Asking Alexandria – Dear Landlord – Brotherhood Foundation – Grave Maker – The Ghost Inside – Hoods – Social Suicide – Blade – The Blacklist Royals – Street Dogs – Old Man Markley – Cruel Hand

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