Groezrock 2011- Ein Erlebnisbericht

11. Mai 2011 | 12:14

Groezrock 2011- Ein Erlebnisbericht

Autor: Jannes

Dies Festival scheint wie ein guter Wein: Einige, wenige, neue Ernten überraschen, dafür kann man sich auf die angestaubten Flaschen, welche seit Jahren bei einem im Keller liegen, zu mehr als hundert Prozent verlassen, auch wenn eine dabei völlig aus dem Rahmen fällt.

Ein Donnerstag morgen vor dem Osterwochenende und rund 400 Kilometer Autobahn liegen vor einem. Normalerweise ein Grund in Wutausbrüche inklusive Schaum vorm Mund auszubrechen. Doch dank eines vollgepackten Bullis mit fragwürdig funktionierendem Navigationsgerät, gespeist mit Festivalhelden des letzten Jahres und deren guten Erinnerungen an selbiges machten sich sieben freudige Friesen auf nach Meerhout, Belgien – Heimat des Groezrock.

Der heilige Christopherus schien die Hand über uns zu halten, denn die Fahrt verlief ohne größere Irrwege und – vollkommen überraschend – auch ohne die befürchteten Osterstaus. Dank unzähliger Raucherpausen und der verzweifelter Suche nach einem Burgerbratbistro außerhalb Deutschlands erreichten wir Meerhout quasi zeitgleich mit unseren später gestarteten Festivalkollegen des letzten Jahres, woraufhin die Arien über Groezrock 2010 dauerthaft über den Parkplatz schallten.

Den ersten kleine Dämpfer erlitt die Stimmung vor und nach der Bändchenausgabe für den Campingplatz, welche mal wieder unnötigerweise von den Festivalbändchen getrennt wurde, denn die Organisatoren hielten es mal wieder nicht für nötig, mehr als vier Eingänge zur Kontrolle des Gepäcks zu öffnen. Die verstreichenden eineinhalb Stunden nutzten wir für Kontaktaufnahme zu Einheimischen und deutschsprachigen, ein hoch auf die mitgenommenen Bierpaletten.

Endlich durch die Kontrolle gekommen, der zweite Dämpfer: Für platzsparendes Campen kramt das Festival jedes Jahr die ungeliebte Methode hervor, in der eine Mauer aus Security mit einem Tau langsam (sehr langsam) Aufbaugebiet freigibt. Der Wunsch nach dem überragenden Platz vom Jahr zuvor wurde mit einem “Den Platz öffnen wir erst morgen” abgewiesen, wodurch wir die guten Plätze auf der bereits freigegebenen Fläche verpassten, und unliebsam Bekanntschaft mit einem höllenlauten Generator samt stadionartigem Flucht machen mussten. Das diese beiden später noch Freunde einladen würden und wir um unser Leben sorgen mussten, konnte zu diesem Zeitpunkt natürlich keiner ahnen.

Der erste Abend endete mit vielen Bieren, Schnäpsen, neuen Bekanntschaften aus Deutschland, Holland und Spanien, dementsprechend vielen ausgetauschten Schimpfwörtern und Anmachsprüchen in sämtlichen Sprachen, oh und erwähnte ich Bier? Das anfangs als Partyzelt betitelte Gebilde entpuppte sich als überdimensionaler Bierverkauf ohne ansprechende Musik und wurde kurzerhand von einer internationalen Gruppe als offizielles Groezrock Flunkyballstadion auserkoren. Ostfriesische Ultras peitschten ihr Team dabei von Sieg zu Sieg, unterstützt von den ca. 200 neutralen Betrachtern entwickelte sich eine großartige Atmosphäre zum Ende der, überraschend warmen, ersten Nacht.

Partytauglichlichkeitsprüfung erfolgreich absolviert, aber was können die Bands?

Der Freitag startete wie der Donnerstag aufhörte: mit Bier. Nach einem kleinen flüssigen Frühstück begaben sich die ersten Späher des ostfriesischen Außenlagers Richtung Festivalgelände (5/7 wurden leider direkt von feindlichen Fressständen in ihren Bann gezogen), Ziel war die Band Miss May I. Eine Stunde vor Konzertbeginn loszugehen schien eine gute Idee, schlechte Erfahrungen des vergangenen Jahres noch in zu greifbarer Nähe.  Doch auch hier patzten die Veranstalter erneut: Viel zu wenig Gates, strenge Trennung in Männlein und Weiblein, was zu erhöhter Verwirrung unter den Besuchern sorgte und eine sengend heiße Mittagssonne machten das Anstehen, ohne Bier, zu einer Qual. Dies wurde wohl nach dem ersten Run besser, ist jedoch für ein Festival dieser Größenordnung unangemessen. Später sollte die ständige Kontrolle der Festivalbänder durch handanlegen ebenfalls für leichte Verärgerung sorgen.

Nun gut, Miss May I beendeten ihren halbstündigen Auftritt in exakt dem Moment, indem unsere Füße das erste Mal das Festivalgelände betraten. Eine wie immer imposante Szenerie, bedingt durch ein Meer aus Fress- und Merchandise Ständen, sowie den drei überdimensional großen Zelten, machte dies zumindest in Ansätzen wieder gut und wir begaben uns zur ersten Band, We Came As Romans.

Wer annimmt, die Crowd wäre von den Exzessen der letzten Nacht noch müde, liegt eindeutig falsch. Auch wenn die Technik erst ab ca. dem dritten Song das volle Potenzial der Band enthüllte, machten die sechs Jungs aus Michigan ordentlich Dampf und lieferten eine actionreiche Bühnenshow ab, in der verschiedene Bandmember durch Positionswechsel stimmig in Szene gesetzt werden konnten. Besonders Bassist Andrew Glass beförderte sein Instrument in scheinbar eigene Umlaufbahnen und sorgte für den erhofften WOW-Effekt, vergleichbar mit dem Auftritt von Alesana 2010, wenn auch die Lightshow nicht ansatzweise so stark überzeugen konnte. Liedwünsche dürften kaum unerfüllt geblieben sein, “To Move On Is To Grow”, “To Plant A Seed” und “Dreams” erhielten den meisten Applaus, ich denke jeder Besucher sollte hier zufrieden von dannen gezogen sein, eine starke neue Band, welche gerne wieder eingeladen werden darf.

Vor der Rückkehr auf den Campingplatzdurften wir uns davon überzeugen, dass Rufio es auch live absolut drauf haben. Ein gelungener Mix aus Neuem und Altem, gekrönt von “Angel Above Me” lockte für diese Uhrzeit überraschend viele Menschen ins gut dreiviertel gefüllte Mainzelt.

Eine etwas längere Pause vertrieben wir dann überraschenderweise mal wieder mit Bier, dem Hörensagen zufolge sind “The Black Pacific”, die neue Band von Pennywise Sänger Jim Lindberg, zu empfehlen und spielen einige Coversongs. “The Blackout” schienen hingegen recht langsam und langweilig gewesen zu sein. Diese Angaben sind ohne Gewähr.

Je später der Abend, desto namhafter die Bands:

20.20 Uhr (der Zeitplan wurde überraschenderweise das komplette Wochenende durch sehr strikt eingehalten): Millencolin Time! Zum elfjährigen Jubiläum ihres “Pennybridge Pioneers” Albums gingen die Veteranen mit eben diesem auf Tour. Dies schien deutlich zur Textischerheit des Publikums beigetragen zu haben, schon der Opener und Tony Hawk Track “No Cigar” wurde enthusiastisch gefeiert und erzeugte eine Stimmung, welche lange ihres gleichen suchen sollte. Ohne große Reden spulten Millencolin ihr Programm ab, wirkten aber zu keiner Zeit erschöpft oder lustlos, ganz im Gegenteil. Obwohl schon an der bösen 40er Grenze gekratzt wird, versprühen die vier Schweden jugendlichen Charme und vorbildliche Motivation, es den jungen Hüpfern ein weiteres Mal zu zeigen. Besonders der letzte Song, “The Ballad”  sorgte für einen unvergesslichen Augenblick, als das proppevolle Hauptzelt sich zu einem Chor formierte und sämtliche Laute des Sängers Mathias Färm überflüssig machte. Wer seinen Musikgeschmack den Anfängen der Tony Hawk Reihe verdankt und die Chance hat Millencolin live zu erleben, muss hier zuschlagen!

Freunde der härteren Gangart warteten schon seit den ersten Sonnenstrahlen auf den Auftritt von “August Burns Red”. An der Ansetzung auf der zweitgrößten Bühne kann man Kritik üben, denn dies war zum bersten gefüllt. Die Alternative Hatebreed verfügt aber über den deutlich größeren Namen und somit ist die Entscheidung nachvollziehbar, auch wenn “Augy” ebenfalls einen Spot auf der größten belgischen Bühne verdient gehabt hätten.

Genretypisch eröffnete ein Technointro das Geballer, bei dem der Sänger wiederholt  zu versuchen schien, mit seinem Mikrofonkabel einen Wirbelsturm zu erzeugen. Dies klappte zwar nicht so ganz, mischte aber die Menge auf, die die imposante Stimme und die extrem harten Klänge mit nicht weniger massiven Moshpits feierte.

Zum Abschluss des ersten Festivaltages boten sich uns zwei Möglichkeiten: Underoath auf der zweiten oder Flogging Molly auf der ersten Stage.

Erstere enttäuschten alteingesessene Fans mit viel aktuellem Material, dies ist natürlich Ansichtssache. Dies unterstützend fiel aber auch der Austausch des Drummers ebenfalls negativ auf. Nichtsdestotrotz ein grundsolider Auftritt, nicht mehr, nicht weniger. Dies war vor zwei Jahren eindeutig anders, als die Band noch für viel Freude und Furrore sorgen konnte.

Wer zu Flogging Molly ging erwarte einiges: Fröhliche, irische Musik mit kraftvollen Gitarren und säuselnder Geige, anregegende Unterhaltung durch Frontmann Save King sowie viel Action vor der Bühne mit Circle Pit und Hakentanz. Es sei gesagt: Niemand wurde hier enttäuscht. Trotz des bevorstehenden Erscheinens ihres neuen Albums lieferte die Band alle ihre großen Hits, einzig über die Platzierung von Tabacco Island (nicht letzter Song) wurde am Ende ein wenig reumütig diskutiert. Einige hätten die Setlist gerne ein wenig variiert (Laura fehlte z.B.) aber natürlich ist es für eine Band mit vielen tanzbaren und stimmungserzeugenden Liedern schwer, für jeden das perfekte Lineup zu stellen. Ärgerlich waren auch im Hintergrund gezündete Bengalos (hier soll sich die Security aufs schärfste kritisiert fühlen), doch aber dafür können die sieben Folkpunker aus LA weniger als gar nichts. Ihre Performance war outstanding und ein schöner Abschluss des Abends, sodass man den ermüdeten Tanzbeinen den gewünschten Ausklang mit Bier, Schnaps und sonstigem gewähren konnte.

Does it get any better? Yes it does!

Alle Campinsassen hatten sich mitlerweile an die dauerhafte 100 Dezibel Beschalltung durch den Genrator/Flutlicht gewöhnt und hatten durch fortgeschrittenen Alkoholkonsum eine durchaus angenehme Nacht. Nach dem Aufstehen wurde standesgemäß sämtliche Hygiene dem Guten-Morgen-Bier hinten angestellt und der Timetable für den heutigen Tag sondiert.

Erschrocken über die frühe Spielzeit von Streetlight Manifesto begingen wir gegen 12.15 Uhr das Festivalgelände und besuchten den, erwartungsgemäß, überragenden Jägermeisterstand ein ums andere Mal -hauptsächlich wegen einer sehr hübschen, sehr knapp bekleideten französischen Bedienung, und verloren etwas Geld im wie immer 1a ausgestattetem Merch-Zelt.

Anschließend wurde den letzten Klängen von Teenage Bottlerocket hinterher getrauert, schien ein starkes Wachmacher gewesen zu sein. Die Posaunen von Jericho erlösten uns aber aus der Melancholie, Streetlight Manifesto, welche das Ska-Genre wie keine zweite Band neu definierten, enterten die Bühne. Die leider sehr kurze Spielzeit von 35 Minuten wurde nicht unnötig mit Reden gefüllt sondern dem erwartetem: Fröhlicher und tanzbarer Ska mit schnellen Vocals und einer explosiven Bühnenshow. Genau das richtige um sich den Kater aus den Beinen zu zappeln.

Im nahtlosen Anschluss feuerten Asking Alexandria die erwarteten Raketen aus der Eastpak Stage ab. Überfüllten sie die Etnies Stage letztes Jahr schon mit ihrem Mix aus Emocore und Electro Parts, heizten sie das zweitgrößte Zelt auch in diesem Jahr gehörig auf. Gegen Ende schallte aus etlichen Kehlen “OOOHHH MY GOD” und das darf man zu diesem Auftritt getrost so stehen lassen.

Nach einer kleinen Verschnaufspause auf dem Campingplatz standen Sugarcult und Goldfinger auf dem Programm. Erstere wurden durch einen gigantischen Maikäfer Angriff auf unser Camp leider verpasst, die ca. fünf Centimeter großen Insekten flogen und fielen auf alles was sich irgendwie in unserem Besitz befand, eine recht eklige Angelegenheit, welche aber großes Lachen unterm Pavillion begründete.

Die Invasion war pünktlich zu Goldfinger erfolgreich abgewehrt und so erlebten wir vier Jungs, welchen man ihre mitunter 44 Jahre nur in den Gesichtern anmerkte. Wundervoller prepubertärer humor durchzogen von den größten Hits der Band, welche eine Generation durch den Soundtrack zu den Tony Hawk Videospielen auf den rechten Musikweg brachte, erlebt ihren dritten Frühling und brachte das gut gefüllte Hauptzelt abwechselnd zum Pogen, tanzen und gröhlen. Ihre Songs “I’m Down”, “Superman” und “99 Red Balloons” erschufen mal wieder einen wunderschönen Chor aus internationalen Stimmen.

Sehr eindrucksvoll war indess der Auftritt von Comeback Kid. Man musste sich mit vollem Körpereinsatz ins Eastpak Zelt drücken, um überhaupt irgendwie noch einen Blick auf die Band zu erhaschen. Dies sollte sich jedoch lohnen, wer diesen Sommer noch die Chance auf die Band hat: Nutzen!

Anbei sei noch erwähnt, dass Of Mice And Men sowie die Breakthrough Artists dieses Jahres, The Ghost Inside, die Etnies Stage mehr als rockten und sich für weitere Auftritte dieser Art mehr als empfehlen konnten.

Kommen wir zum Highlight des Festivals: Wenn sich eine Band nach 13 gemeinsamen Jahren auflöst, auf eine emotionale Abschiedstournee geht, dabei vielen Anhängern das Herz bricht, nach drei Jahren merkt, dass es ohne Einander nicht wirklich geht und dann vor dem dankbaren Groezrock Publikum auftritt ergibt das einen der ergreifendsten Auftritte den diese Redaktion jemals erleben durfte.

Boysetsfire sind wieder da, und wie! Auf ihrer Farewell DVD, welche den letzten Auftritt der Amis dokumentiert, schienen sie ausgebrannt und ein wenig kraftlos, was die Qualität ihrer Musik zwar mit keiner Silbe schmälern soll, ihr aber nicht mehr wirklich gerecht wurde. Wir können bestätigen: Die Reha war erfolgreich:

Sänger Nathan Grey und seine vier Kumpanen rissen sich auf der Bühne förmlich auseinander, ohne jegweden Bühnenrost erkennen zu lassen. Nach jedem Lied betonte man, wie viel es ihnen wert sei, wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu beglücken. Nach dem ersten Song, “After the Eulogy” fragten sich einige wie dies noch zu toppen sei, die Antwort ist eine Mischung aus dem Besten der 13 gemeinsamen Jahre, neue Songs wurden von der Band selber mit einem dezenten “Fuck No!” abgewiesen, sodass man “Requiem”, “Empire” und das alles abschließenden “Rookie” einfach nur genießen konnte. Die Stimme des Sängers bewegt sich dabei so perfekt zwischen aggressivem Schreien und gefühlvollem Gesang, dass bei Teilen unserer Redaktion dezente Tränen in den Augen zu erkennen waren. Diese Freude wurde wohl nur von Gitarrist Josh Latshaw übertroffen, der während den kompletten 50 Minuten von Ohr zu Ohr wie ein Honigkuchenpferd strahlte, als ob ihm nie wieder irgendetwas diese Laune trüben könnte.

Boysetsfire sind -DAS- Must See in diesem Sommer!

Viele Festivalgänger erschienen mit Descendents Shirts auf dem Gelände, die Legenden des Punk sollten also bald die Bühne betreten. Auch sie überzeugten trotz oder auf Grund ihres gehobenen Alters und versprachen der euphorisierten Menge, dass sie noch lange nicht mit dem Musikbusiness abgeschlossen haben.

So blieben noch vier Bands auf dem diesjährigen Groezrock Festival:

“Let’s go Murphy’s!” schallte es aus dem Maintent, die Jungs aus Bosten back in town! Eine wesentlich härtere Gangart als Flogging Molly anschlagend, gelang es ihnen trotzdem nahezu das ganze Zelt in Tanz-, Pog- oder Gröhlarien ausarten zu lassen. Obwohl sie wirklich übertrieben viel vom neuen Album “Going Out In Style” präsentierten, durften auch die gängigen Klassiker nicht fehlen, sodass es weniger wie ein Promoauftritt als einer guten Mischung aus neu und alt wirkte. Fans der älteren Alben wird dies aber sicherlich diesen Sommer enttäuschen.

A propos enttäuschen: Herzlich Willkommen bei The Used. Was Bert McCracken und seine Entourage da präsentierten war für jeden alten Fan ein tiefer Schlag ins Genick. Nach dem genialen Intro und “Take it Away” verfielen die Jungs aus Utah in eine 80 minütige Melancholie und spielten Balade an Balade, langsames Stück an langsames Stück, liesen es sich dabei aber nicht nehmen, ständig Mosh- und Circlepits anzustimmen, welche entweder in Sekunden erstarben oder so langsam waren, dass Omas mit Gehwagen als erstes die imaginäre Zielflagge sahen.

Das furiose Ende mit “A Box Full of Shark Objects” und einer recht großen Wall of Death war zwar in Ordnung, es fehlten aber die markanten The Used Songs aus den Anfangsjahren, um es zu dem zu machen was sich die Besucher und wohl auch die Band von diesem Auftritt erhoffte.

Man konnte also durchaus bereuen, nicht auf die Etnies Stage geschaut zu haben, wo H2O die, laut eigenen Aussagen, beste Show ihrer 16 jährigen Bandgeschichte zelebrierten. Wie schon 2010 endete das Konzert mit dem Publikum auf der Bühne, das kleine Zelt wurde auf die finale Zerreisprobe gestellt und für viele Beteiligte zeigte H2O mal wieder, dass sie zurecht der Kern des Hardcore sind. H2O und Groezrock, das passt einfach.

Als letztes enterten die Aushängeschilder des Punk die Bühne, NoFX und ihr berühmter Frontmann Fat Mike. Der lies es sich auch nicht nehmen, im ersten Satz das belgische Publikum als Pedophile zu beschimpfen, eine Art die für viel Gelächter zwischen den Songs sorgte und gleich klarstellte, wer der Boss im Zelt ist.

Im Gegensatz zu oben genannten Bands wissen die Veteranen, was ihr Publikum will: Hits und zwar nur Hits, und genau das bekamen sie auch. “American Errorist”, “Franco Un-American”, “Don’t Call Me White”, die Liste könnte ewig so weitergehen. Zum Abschluss gab es ein ca. 25 minütiges Akkordeonsolo und es wäre mit Sicherheit noch Ewigkeiten weitergegangen, wäre das ausführende Bandmitglied nicht von der Security von der Bühne getragen worden.

Das war also das Groezrock 2011, viele Highlights, wenig Lowlights, ein wunderbar eingehaltener Zeitplan, ein unglaublich aktives und textsicheres Publikum, sehr dankbare Bands und, dank der Zelt, mal wieder eine unvergleichliche Atmosphäre auch um 14.00 Uhr.

Dem gegenüber stehen leider erhebliche Orginasationsprobleme bei Einlässen und Bändchenvergabe, unverschämte Essens- und Parkpreise, unfreundliche Security, welche abends  viel zu früh das Festivalgelände mit Hunden räumten und die schon im Vorfeld übertriebenen Ticketpreise, denn nach dem Festival kann man kaum Gründe sehen, weshalb diese im Vergleich zum Vorjahr so stark angestiegen sind.

Da die positiven aber die negativen Aspekte bei weitem überschatten, gibt es ein weiteres Mal eine deutliche Empfehlung für unser liebstes außerregionales Festival.

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