Hands on: Hurricane 2011

14. Juni 2011 | 16:34

Hands on: Hurricane 2011

Autor: Jannes

In wenigen Tagen vereinigen sich norddeutsche Rocker, Festivalisten und Eventfans zur 15ten Ausgabe des Hurricane Festivals. Was euch auf dem altehrwürdigen Eichenring dieses Jahr erwartet, verraten wir euch in einem Hands on.

Das zweite von Rock-Mag.com vorgestellte Festival lockt in diesem Jahr wieder einmal mit seiner enormen Größe, welche auf ca. 70.000 Besucher ausgelegt ist, und wie 2010 mit vier Bühnen. Nach der tragischen Gesichte um Frittenbude wurde die kleineste, White Stage genannt, aber vernünftigerweise auf ein akzeptables Maß vergrößert.

Nach der Absage des Headliners Blink 182 (wir berichteten) konnte Veranstalter FKP Scorpio glücklicherweise in Incubus schnell adequaten Ersatz beschaffen, welche sich gemeinsam mit den Foo Fighters, Arcade Fire, den Chemical Brothers und Arctic Monkeys die größten Spots am späteren Abend auf den großen Bühnen teilen werden. Überraschenderweise haben sich Sum41 dazu entschlossen, ihren Auftritt am Freitag von der großen Bühne ins Rote Zelte zu verlagern. Ähnlich wie beim Groez Rock hofft man hier wohl auf eine clubähnliche Athmosphäre mit vielen Die-Hard Fans.

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Genretechnische Überschneidungen muss man dabei nicht hinnehmen, denn auf der Green Stage gehen um die späte Stunde nach Portishead und Arcade Fire langsam die Lichter aus, während The Chemical Brothers und Digitalism gleichzeitig um die Gunst der Tanzwütigen streiten. Hier hätte man sich ein wenig mehr Feingefühl bei der Erstellung des Timetables gewünscht, vor allem Indie-Freunde müssen zeitweise wohl die gute, alte Münze bemühen um sich selber zu beantworten, vor welche Bühne man sich schlussendlich bemüht.

Allen Freunden der harten Gangart sei der frühe Freitag Abend auf der Red Stage ans Herz gelegt. Die Cremé de la Cremé des Hardcore gibt sich die Klinke in die Hand: Nach Converge (die wir persönlich vor einigen Jahren allerdings als eine Zumutung empfanden) beehren uns Comeback Kid, Parkway Drive und die Legenden: Sick Of It All!

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Der Samstag besticht durch viel Indie, Incubus und My Chemical Romance. Diese beiden US-Heroen beenden den Tag auf der Green Stage, während nebenan Kasabian und die Kaizer Chiefs Beine in Bewegung bringen. Nachmittägliche Empfehlungen sind heute die wiedervereinigten Sublime With Rome (ehemals nur Sublime) und die Gipsy-Punker von Gogol Bordello. Wem am Abend der Indie zu soft und My Chemical Romance zu emo is, der darf gerne der White Stage einen Besuch abstatten, wo Egotronic nach ihrem Campingplatzkonzert im letzten Jahr ihr neues Album präsentieren und Frittenbude einen erneuten Anlauf wagen, ihre Lieder komplett über die Eichenring Bühnen bringen zu können.

Wenn ihr das soweit unbeschadet überstanden habt, herzlichen Glückwunsch und willkommen zum Super-Sonntag des diesjährigen Hurricane Festivals. Hier tummelt sich quasi jede Indie-angehauchte Band, die sich in den letzten Monaten irgendwie in irgendwelchen Charts verewigen konnte, dazu einige Bands die mit Festivalgängern schon per-du sein könnten und Elektro vom Feinsten:

Unseren Nachmittag eröffnen die wiedervereinigten Boysetsfire. Wie schon im GroezRock Bericht beschrieben, haben die erwachsen gewordenen Jungs ihre Pause perfekt zum Auftanken der Motivation und Leidenschaft benutzt, sodass jeder entfernte Liebhaber dieses Genres einen Blick auf sie werfen -muss-. Seht dies nicht als Empfehlung von uns an euch, sondern als Pflicht von euch gegenüber eurer inneren Zufriedenheit.
Direkt im Anschluss lassen die Irish-Folk-Punker von Flogging Molly die Erde zum beben bringen, seit jahrzehnten tingeln sie durch die ganze Welt, Freude und Harmonie versprühend, nie um einen dummen Spruch oder eine Zugabe verlegen.

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Nun wirds kompliziert: Innerhalb von drei Stunden spielen vier Bands mit ähnlicher musikalischer Orientierung, mit ganz eigenen Vorzügen. Die Rede ist von The Hives, The Wombats, The Subways und den Arctic Monkeys. Nichts zu verpassen ist ein Ding der Unmöglichkeit, vor allem wenn man an einer Bühne zum Ende des Tages in den vorderen Bereichen gefunden werden will. Das Festival wird dann von den Foo Fighters und Clueso geschlossen. Wir sind uns sicher, in diesem Jahr nicht so enttäuscht zu werden wie 2010 von The Strokes.

Wenn euch Indie und die kommerzialen Klänge der Headliner am Rektum vorbeischwingen, ihr lieber zu computergenerierten Elektroklängen euren kostbaren Schweiß vergießt, dann geht ohne größere Umwege zur White Stage um euch Crookers und Trentemoller anzuschauen.

Das gesamte Rock-Mag Team wünscht euch ein großartiges Hurricane 2011, auf dass ihr eure Bandentscheidungen weise fallen möget und von Trockeneisbomben verschont bleibt!

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