Rückblick: Hurricane 2012

2. Juli 2012 | 12:34

Rückblick: Hurricane 2012

Autor: Hoekie

Eine Woche ist nun bereits vergangen, nachdem auch wir unsere Sachen zusammengepackt haben und die Heimreise vom Hurricane Festival 2012 angetreten sind. Zeit, das Wochenende Revue passieren zu lassen.

Auch für uns begann die Anreise, wie für so viele am, schon am Donnerstagvormittag. Da wir bereits um 10 Uhr, was ihm Nachhinein  wohl etwas früh war, vom Hamburger Kiez gestartet sind, war die Anreise sehr entspannt: keine Staus, kein Warten vor dem Parkplatz. Doch spätestens nach dem Parkplatz begann das Warten auf den Einlass zum Campingplatz. Keine Regen, dafür umso mehr Sonne, sodass man sich am späten Nachmittag, nachdem man sich zwischenzeitlich aus den Augen verloren hatte, mit leicht geröteten Armen und dennoch fröhlichen Gesichtern auf dem Campingplatz wieder sah. Als alles aufgebaut war und man das erste Bier geöffnet hatte, kam man wahrscheinlich nicht nur bei uns zu dem Entschluss, dass dieses Jahr beim Einlass nicht alles so reibungslos verlaufen war, wie in den Jahren zuvor. Schnell kamen wir überein, dass dies wohl an der Problematik der RFID-Bändchen lag, die doch alles vereinfachen sollten.

Aber gut. Nach der ersten Nacht, die von vielen im Discozelt ausreichend gefeiert wurde, begrüßte uns auch am Freitag die Sonne, so dass einem Besuch des Festivalgeländes nichts mehr im Wege stand. So machten wir uns auf den Weg zu Adept, die uns durch ihre letzten Alben überzeugen konnten. Nach der Euphorie kam der Fall, genretypische Schwächen der Stimme kann man ja beinahe schon erwarten, jedoch zündete zu keiner Zeit irgendwie ein Funke zwischen Band und Publikum.

Anschließend ging es dann zu Red Stage, wo Broilers Frontmann Sammy schon mit der Sonne um die Wette strahlte. Eine sehr gelungene Mischung aus Santa Muerte und altbekannten Hymnen bereitet der, für uns überraschend gigantischen, Menge vor der Mainstage eine Menge Spass wie man es von den Düsseldorfern gewohnt ist.

Unglücklich parallel dazu heizte Breakthrough Artist of the Year 2011, Casper die Blue Stage ein. Ein nahezu unverändertes Set im Vergleich zu seiner „Der Druck Steigt“ Tour erweist sich zum Glück noch immer nicht als ausgelutscht. Neben den bekannten „XOXO“ Songs fanden auch einige „Hin zur Sonne“ Werke ihren Weg auf Scheeßels Bühnen. Ein wenig neues hatte sich Casper allerdings doch ausgedacht. Sein Medley begann hier mit einem überragenden „Niggas in Paris“ Remix es folgte das bekannte „Homecoming/Herzinfarkt“ und bei „Mittelfinger Hoch“ wäre uns das Dach über den Kopf weggeflogen, hätte es eins gegeben“. Der Bielefelder war sichtlich begeistert von der immensen Crowd und zeigte insgesamt große Dankbarkeit, die in keinem Moment aufgesetzt wirkte, was er auch durch eine zitternde Stimme und Tränen in den Augen zeigte, als er “Michael X” präsentierte.

Für uns folgte eine Fussballpause, bevor um ein Uhr nachts die Helden des Punk Rock, Pennywise die Bühne betraten. Es wurde viel geunkt und spekuliert, ob der ehemalige Ignite Sänger Zoly die Lücke von Jim Lindberg ausfüllen könnte. Die Antwort: FUCK YEAH!

Seit Daft Punk wurde nichts und niemand aus Frankreich so extrem gefeiert wie die beiden DJs von Justice. Diese schlossen dann als Headliner den vorletzten Abend des Hurricane Festivals und überzeugten auf ganzer Linie. Ihr neues Album „Audio, Video, Disco“ geht zwar in eine etwas popigere Richtung als „Cross“ es tat, dennoch war die Zusammenstellung aus imposantem Bühnenbild aus Lichterketten, die man noch von Chemical Brothers vom letzten Jahr kannte, dem bandtypischem erleuchteten Kreuz, welches sich auf Wunsch öffnete und eine Orgel offenbarte, und lauter anderem blinkendem Zeug war minimalistisch aber passend. Nachdem schon zu „Civilization“ und „D.A.N.C.E.“ ausgiebigst abgefeiert wurde, brachen bei insgesamt vier verschiedenen Versionen von „We Are Your Friends“ alle Dämme.

Am Sonntag begrüßte uns dann auch das übliche Hurricane Wetter: Nach strahlendem Sonnenschein von Donnerstag bis Samstag, schien der Regen am Sonntag gar nicht mehr aufzuhören. Dennoch kein Grund unterm Pavillion sitzen zu bleiben, sodass wir uns auf zu Kraftclub machten. Leider enttäuschte hier der Sound zu ungemein, dass ich kurzerhand das Publikum im meinem Umkreis bat, nicht zu laut zu klatschen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Campingplatz, um die Klamotten zu wechseln, besuchten wir die in diesem Jahr wunderschön dekorierte White Stage, wo ein langhaariger Japaner aus Amerika Champagner ins Publikum spritzt und auf einem Schlauchboot über die Menge fährt. Steve Aoki! Sein Album „Wonderland“ durchsetzte dieses Set und lockte aus jedem Anwesenden die letzten Energiereserven aus dem zerfeiertem Körper. Überraschenderweise wurden ältere Hits wie „Turbulences“, „Warp“ oder „New Noise“ relativ früh rausgehauen, zum Glück hat die EDM Legende noch genügend Tanzbares im Petto, sodass es ein durchgängig hohes Niveau auf den Turntables zu bewundern gab.

Danach ging es raus aus dem Zelt und ab zur Green Stage, wo Die Ärzte schon von vielen Zuschauern erwartet wurden. Viel muss man wahrscheinlich gar nicht mehr zu den Ärzten sagen. Grandiose Stimmung im Publikum. Jeder Song, den man sich annähernd auf einem Festival von den Ärzten wünschen kann, hat seinen Weg ins Set gefunden. Komplettiert wurde das ganze durch zahlreiche Blödeleien durch Farin Urlaub.

Danach ab ins Zelt? Von wegen: Ein letztes Mal ins Discozelt, dass Wochenende noch einmal mit Vollgas beenden, ehe es heißt: Vorfreude auf 2013! Wir sehen uns am 21. Juni 2013!

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