Reeperbahn Festival 2012 – Freudige Klänge im Rotlicht

14. September 2012 | 14:48

Reeperbahn Festival 2012 – Freudige Klänge im Rotlicht

Autor: Jannes

Der September schreitet schneller voran als jedem Student lieb sein dürfte, der Sommer hat sich endgültig verabschiedet und damit auch die Open-Air Festival Saison. Abhilfe schafft da zum Glück Deutschlands sündigste Meile.

An drei Tagen werden 289 Bands den Kiez in ein gigantisches Festivalgelände verwandeln. Traditionell wird kein Act als Headliner dargestellt, hier steht #1 der Charts auf dem Poster neben Hinterhofband, für einen besseren Überblick stellen wir euch unsere Highlights vor.

Wie jedes Jahr wird im Grunde jedes Genre auf der Reeperbahn zufrieden gestellt, bei der Anzahl Künstler wär‘s auch unflätig, sich auf eine Richtung fest zu legen.

Der bekannteste Name im Lineup ist mit großer Sicherheit der Chartstürmer Cro, der seit gefühlten Ewigkeiten den HipHop, oder wie er es sagt Roap, wieder gesellschaftsfähig macht. Freunde der Tiefgründigkeit sind hier sicher falsch aufgehoben, wer sich aber mit guter Laune zu frischen Beats bewegen möchte sollte sich den Pandamann anschauen.

Dicht dahinter reiht sich unsere Eurovision Songcontest Gewinnern Lena Meyer-Landrut ein. Nach Casting bei Stefan Raab und dem Triumph in Oslo war es lange ruhig um ihre Person, nun stellt sie dem Hamburger Publikum als Weltpremiere ihr neues Album vor, auf dem sie als Songwriterin das erste Mal ihre Qualitäten beweist.

Freude der etwas härteren Gangarten sollten auf keinen Fall KMPFSPRT verpassen, die Band besteht aus alten Membern von Fire in the Attic und Days in Grief und sind allein deswegen schon eine Empfehlung. Ebenfalls ansehnlich sind Royal Republic, die sich in den letzten Jahren gefühlt über alle Bühnen dieser Welt gespielt haben, meist auch noch gleichzeitig. Nicht unerwähnt bleiben sollen Frau Potz, die uns schon beim Omas Teich Festival begeisterten.

Etwas langsamer lassen es The Asteroid Galaxy Tour angehen. Irgendwo zwischen tanzbar, verträumt und idiotisch verliebtem Starren auf Frontfrau Mette Lindberg lassen sich die sieben Dänen wohl einordnen. Indie Fans kommen traditionell natürlich wieder am meisten auf ihre Kosten, dazu tragen The Tamper Trap, I Heart Sharks oder Kakkmaddafakka ihren Teil zu bei. Für den etwas Abgedrehteren unter uns geht unser Daumen für Bonaparte soweit nach oben wie es nur geht. Musikalisch groß und on Stage nur schwer zu toppen.

Aus Heimatliebe und großem Respekt für ihren steilen Aufstieg in letzter Zeit bekommen Hurricane Dean einen eigenen Absatz, zählen aber auch zum Indie Aufgebot des Festivals.

Zum Schluss noch zwei Singer-Songwriter die unterschiedlicher kaum sein können. Jeder der einmal Scrubs geguckt, einer Liebe hinterher geweint oder einfach melancholisch war wird seine Songs kennen – Joshua Radin. In der von ihm Wisper Rock getauften Musik findet man eine dünne, mit Gefühlen getränkte Stimme, die einem in bestimmten Momenten schon mal das ein oder andere Tränchen in die Augen treiben kann.

Auf der anderen Seite haben wir jemanden, der seit gefühlten Äonen durch die Musikwelt tingelt: Olli Schulz. Zuerst als Roadie, dann als Duo, genannt Olli Schulz und sein Hund Marie, nun Solo. Neuerdings erlangte er einen gehörigen Popularitätsboost durch NeoParadies (die Sendung von Joko und Klaas). Seine Shows sind geprägt von viel Humor; so kann es vorkommen, dass der gute Olli zwischen seinen Songs ein wenig die Zeit vergisst und einige Anekdoten aus der guten alten Zeit erzählt. Der gebürtige Hamburger wird mit seiner ganz eigenen Komik mit Sicherheit ein Highlight des diesjährigen Reeperbahn Festivals sein.

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