Rock im Mai trotzte dem Wetter mit starkem Lineup !

6. Juni 2013 | 14:13

Rock im Mai trotzte dem Wetter mit starkem Lineup !

Autor: Stefan

Rock im Mai kämpfte erneut mit widrigen Wetterbedingungen, bot aber ein starkes Lineup. Neben Tonbandgerät und Götz Widmann waren besonders Scherbe Kontra Bass eine wirkliche Überraschung. Den Bandcontest gewann MotherCake.

Rock im Mai wagt ziemlich früh im Jahr den Schritt nach draußen und startet damit in der Regel als erstes Festival die Festival Zeit in Norddeutschland.
Das etwas kleinere Festival bei Dardesheim verfügt dabei über alle Voraussetzungen für eine gelungene Veranstaltung: Klasse Location inmitten eines Windparks auf dem Druiberg, gut geschützt in einer abgesengten Mulde, einen naturbelassenen Campingplatz, absolut zivile Preise, ein engagiertes Team und ein gut durchdachtes Lineup – nur der Wettergott macht dem Festival leider oft einen Strich durch die Rechnung.

So musste am Freitag, dem ersten Festivaltag, die Band Pretty Betty komplett während eines Regenschauers spielen. Kompliment an die Jungs, dass sie dies unverdrossen durchgehalten haben.

Am Freitag wird traditionell ein Bandcontest mit regionalen Bands durchgeführt. Dafür qualifiziert hatten sich: Dead Ember, AutoPegel und MotherCake. Die Entscheidung fiel per Publikumsentscheid auf MotherCake, sicher verdient, denn Marco “Der Pole” Jarzowski an der Gitarre ist eine Klasse für sich. MotherCake machten ihren Namen übrigens alle Ehre, verteilten sie doch selbstgebackenen Kuchen nach ihrem Gig an das Publikum.

Headliner des Freitagabends waren Tonbandgerät. Das Wetter hatte sich etwas beruhigt und nun waren doch viele vor die Bühne gekommen. Tonbandgerät haben mittlerweile ihre erste EP „Heute ist für immer“ herausgebracht und haben letztes Jahr gut durchgestartet. Einige Fans hatten Wunderkerzen mitgebracht und so kam dann doch noch sowas wie eine Festivalstimmung auf.

Am nächsten Tag lag der Druiberg aber dann wieder im Nebel. Kälte und Feuchtigkeit krochen langsam in die Glieder und über dem Campingplatz zog ein starker Wind.
Die Band One Day Left hatte letztes Jahr am Bandcontest teilgenommen und stark überzeugt. Diese Jahr waren sie wieder eingeladen und taten das, was aufgrund der Witterung angesagt war: Abrocken ohne Pause. Gleich mit dem ersten Song sprang Anna, Sängerin der Band wie ein Wirbelwind über die Bühne und hielt diese Energie den gesamten Auftritt durch. Und wer dann noch nicht warm war, für den hatte die Band beim letzten Lied „Whiskey Bar“ tatsächlich eine kleine Whiskey Bar im echtem kanadischen Whiskey mitgebracht – danke dafür !

Wie bereits erwähnt hatten sich die Veranstalter Mühe mit dem Lineup gegeben und mit Scherbe Kontra Bass eine wirkliche Überraschung parat. Scherbe Kontra Bass sind Akki Schulz eben am Kontrabass und Marius del Mestre an der Gitarre. Marius del Mestre war selbst Mitglied der Ton, Steine und Scherben und seine Stimme erinnert verdammt nah an Rio Reiser. Es war einfach schön, diese Lieder von Rio Reiser wieder zu hören und man ist immer wieder erstaunt, welche Bandbreite Rio Reiser abgedeckt hat. Besonders faszinierend auch Akki Schulz am Kontrabass, verblüffend welche Töne man diesem Instrument entlocken kann.

Sehr gut passte dann Götz Widmann als nächster Act ins Programm. Götz Widmann hält die Fahne der wenigen Liedermacher hoch, und das nun schon seit zwanzig Jahren. Ich hatte Götz Widmann vor zwei Jahren auf dem Zytanien Festival erlebt, dort saß man an einem lauen Sommerabend im großen Rund vor der Bühne, heute musste man stehen, denn der Platz war mittlerweile tiefer Schlamm. In den Liedern von Götz Widmann steckt oft eine feine Ironie, so zum Beispiel im Lied vom Dockarbeiter Hankie:
Er rauchte grad ne Zigarette, da riß über ihm ne Kette.
Viernhalb Tonnen guter Roter und Old-Hankie war ein Drogentoter
.

Nach Götz Widmann kam wieder tanzbare Musik auf die Bühne. Die Hamburger Band Malleus wird dieses Jahr auch auf dem Hurricane spielen und brachte das etwas steife Publikum wieder gut in Schwung. Richtig locker wurde es dann aber durch Sebastian Sturm & Exile Airline mit ihrem klassischen Roots Rock Reggae. Die Band spielte Reggae wie man ihn nicht besser präsentieren kann und an dieser Stelle auch ein Lob an die Tontechniker, dass war ein super Sound. Gerne hätte man hier noch länger zugehört, doch es standen noch zwei weitere Bands auf dem Programm.
The Drakes spielten schliesslich spät nach Mitternacht und nun war es doch ungemütlich kalt geworden, schade, hatte die Band doch extra ein Pferd mit Süssigkeiten auf die Bühne gebracht.

Es bleibt als Fazit, dass Rock im Mai ein klasse Lineup zusammengestellt hatte. Es ist dem Veranstalter für das nächste Jahr (dem zehnjährigen Jubiläum) nur zu wünschen, dass dann das Wetter wirklich mal mitspielt.

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