20 Jahre Rockharz Festival – ein hammerhartes Geburtstagsfest !

16. Juli 2013 | 15:57

20 Jahre Rockharz Festival – ein hammerhartes Geburtstagsfest !

Autor: Stefan

Das Rockharz Festival feierte seinen 20. Geburtstag und tafelte gross auf. Wir waren drei Tage dabei, berichten einzeln von jedem Tag und starten heute mit dem Donnerstag.

Doch bevor wir beginnen, sozusagen eine Schweigeminute vorweg:
Zur gleichen Zeit hätte eigentlich das BootBooHook in Hannover stattfinden sollen. Dieses einst erfolgreiche Festival im Herzen Hannovers versprang sich beim Sprung auf das Expo Gelände, riss die Reissleine und meldete Insolvenz an. Wirklich schade, war das musikalische Angebot dort doch immer erste Sahne.

Anders ergeht es dem Rockharz. Nach kontinuierlichem Wachstum findet es seit fünf Jahren auf den weiten Wiesen eines Flugplatzes in der Nähe von Ballenstedt statt. Luftbilder zeigen die mittlerweile erstaunliche Ausdehnung des Rockharz Geländes.

Am ersten Festivaltag durften wir einen Blick hinter die Kulissen des Rockharzes werfen und waren stark beeindruckt vom logistischen Aufwand, der mit der Organisation des Festivals verbunden ist.
So ist zum Beispiel das profane Problem der Abwasserbeseitigung zu lösen. Da das Gelände an keine Kanalisation angeschlossen ist, wird alles Abwasser aus Duschen und Toiletten in einem riesigen Luftkissen gesammelt. Das kann man sich als eine überdimensionale Hüpfburg vorstellen, die zunächst schlapp am Boden liegt und im Laufe der drei Tage immer praller gefüllt wird und dann mit einem großen Knall – nein platzen wird sie nicht.
Auch die Technik wird durch eine eigene Stromversorgung betrieben, wie schnell hier mal ein großes Problem entstehen kann merkte man später beim Auftritt von Subway to Sally als dort zu Beginn der Sound nicht auf die Lautsprecher übertragen werden konnte.
Interessant auch die Tatsache, dass zeitgleich mit dem Festival eine kleine Ausstellermesse stattfand, auf der innovative Ideen für Festival-Macher vorgestellt wurden.

Doch nun zum Musikalischem des ersten Tages:

Streng genommen begann das Festival bereits am Mittwoch Abend. Auf einer kleinen Bühne rechts neben den Hauptbühnen traten dort fünf Bands auf, darunter Nachtgeschrei, Dimple Minds und Megaherz, die frühere Band von Eisbrecher Sänger Alexander “Alexx” Wesselsky. Am Donnerstag war diese Bühne aber bereits abgebaut und das Programm fand wieder auf den zwei Hauptbühnen statt.

Nachdem also am Donnerstag die Metal-Bands Vader und Unearth mächtig eingeheizt hatten, setzen die Veranstalter mit Mono Inc. und Subway to Sally auf vertraute Wegbegleiter des Festivals. Beide Bands sind mittlerweile Lange im Geschäft und ihr deutschsprachiges Liedgut wird von vielen Fans gerne mitgesungen. Mono Inc. hatten sich aber noch etwas besonderes ausgedacht und wollten den härtesten, je gespielten Metalsong präsentieren – und brachten dann den alten Gassenhauer “The Passenger” von Iggy Pop. „Singin’ la la la la la-la-la la“, dass ging dann auch völlig ohne Bandbegleitung. Rein rhetorisch auch die Frage von Subway to Sally nach dem letzten Song, den sich das Publikum wünschen durfte: Klar, es war “Julia und die Räuber”, auch diesen Text beherrschten alle einwandfrei. Eric Fish eröffnete übrigens das Crowdsurfen auf seine Art: Schwups war er von der Bühne gesprungen und nahm erstmal selbst eine Runde auf der Menge.

Zwischen Mono Inc. und Subway to Sally spielte Devin Townsend mit seinem Devin Townsend Projekt. Townsend, von vielen Kollegen als musikalisches Genie bezeichnet, trat zwar ohne seinen zweiten Gitarristen auf, brachte aber einen musikalischen anspruchsvollen Sound hervor. That man just loves playing music ! Die Thrash-Metal-Legende Kreator beendeten den ersten Abend.

Gewinner für mich waren an diesem ersten Tag Ohrenfeindt. Die Vollgasrocker vom Hamburger Kiez um den Bassisten Chris Laut spielen seit 1994 harten, bluesbasierten Powerrock und hatten in einer neuen Konstellation mit dem Gitarristen Thorsten Mewes und Hein Altenbroxter am Schlagzeug eine Premiere und einen starken Auftritt.

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