Rocken am Brocken: Hammerparty – Selbst die Security tanzte mit

6. August 2013 | 16:58

Rocken am Brocken: Hammerparty – Selbst die Security tanzte mit

Autor: Stefan

Rocken am Brocken erlebte zwei aussergewöhnliche Tage: Beste Stimmung bei hervoragendem Wetter und super gut aufgelegten Bands ! Wir berichten getrennt von beiden Tagen, heute vom Freitag.

Rocken am Brocken verfügt mit Sicherheit über eines der schönsten Festivalgelände in Deutschland.

Mitten im Oberharz in den tiefen Wäldern zwischen den Orten Sorge und Elend bietet eine Wiesenfläche eine traumhafte Kulisse für naturverbundenes Festivalfeeling. Besonders reizvoll ist, dass das Festivalgelände direkt an die Bahnstrecke der Harzer Schmalspurbahn grenzt und ab und zu sieht man tatsächlich, wie eine dieser historischen Dampflokomotiven hinter den Tannen vorbeizieht.

Rocken am Brocken entstand aus einer Idee zweier Studenten der Hochschule Harz in Wernigerode und besteht seit 2007. Ähnlich wie das Rockharz Festival ist Rocken am Brocken kontinuierlich gewachsen und so steigt für die Veranstalter das Risiko, sich möglicherweise zu verheben. Omas Teich und das BootBooHook sind traurige Beispiele für Festivals, die durch Finanzierungsprobleme aufgrund eines schlechten Vorverkaufs vorzeitig aufgeben mussten. Dem entgegen steht das spontane Kaufverhalten vieler Festivalteilnehmer, die doch lieber warten bis das komplette Line-up angekündigt ist und auch das Wetter mitspielt.

Dieses Jahr hatte es der Festival-Wettergott schon seit Wochen sehr gut gemeint und so machten sich erfreulich viele auf den Weg in den Oberharz. Zwei Festivalbesucher kamen sogar per Fahrrad in drei Tagen aus Berlin angereist.

RaB unterscheidet sich vom Rockharz durch ein vielfältigeres Musikangebot. Wo Rockharz alle Metal-Facetten präsentiert, bietet das Line-Up vom RaB die Bandbreite zwischen Indie-Pop, Indie-Rock, Electro, Alternativ und Punk. Natürlich fehlen die ganz, ganz großen Namen, jedoch ist das Gespür der Veranstalter für Bands die mal besonders rauskommen ziemlich gut, so spielten z.B. 2011 KraftKlub im Oberharz.

Am Freitag fing der Nachmittag bei doch heißen Temperaturen etwas ruhiger an, viele chillten noch auf dem Zeltplatz oder kühlten sich im Waldfreibad von Elend ab. Die Veranstalter hatten sich entschieden, das sonst eingesetzte Zirkuszelt durch eine zweite offene Bühne zu ersetzen.

Im Wechsel zwischen beiden Bühnen spielten ohne große Unterbrechungen zunächst Tim Gerrits, Grey Television und Bambi Konzept vor noch recht wenigen Zuschauern.

Die Security, allgemein oft wegen ihres rabiaten Einsatzes im Graben in der Kritik, zeigte sich hier erstaunlich freundlich und zu Spässen aufgelegt. Kleine Wasserbomben, Wasserpistolen oder einfach ein direkter Strahl aus dem Gartenschlauch wurden sehr zur Freude und Abkühlung gerade der ersten Reihen eingesetzt. Dieses Konzept der guten Laune, das sollte an dieser Stelle schonmal gesagt werden, wurde insgesamt klasse aufgenommen und auch von den Bands ernteten die Securities im Laufe des Festivals viel Zustimmung.

Bei der Band Massendefekt wurde der erste Sitzpogo erprobt und zu den Finnen French Films war nun doch reichlich Publikum erschienen und dieses konnte sich einen Song wünschen.

Tonbandgerät berichten in ihrem Tourblog sehr offen vom Auf und Ab des Tourleben, von kleinen und großen Bühnen. Ihr Auftritt auf dem Deichbrand Festival war sicherlich ein bisheriger Höhepunkt. Beim Rockem am Brocken spielten sie auf der kleinen Bühne und hatten textsichere Fans in den ersten Reihen.

Mit dem Headliner Donots kam dann aber so richtig Schwung vor die Hauptbühne.
Schon der Auftritt war spektakulär: Blitzlichtgewitter auf der dunklen Bühnen liesen die Musiker nur erahnen, ab und zu sprangen einige auf die Podeste mit eingebautem Scheinwerfer am Bühnenrand um dann wieder in wilden Bewegungen herumzuspringen. Es war kein Halten mehr in der Menge und Frontmann Ingo Knollmann feuerte weiter an: Auf das Komando “Ausziehen” wirbelten hunderte von T-Shirts in der Luft, dann musste sich jeder hinsetzen und alles Greifbare (und wenn es der Rasen war) in die Luft werfen. Cirlce Pits, die Grössten, die der Oberharz wohl gesehen hat, wurden ausgerufen. Von der Security kam immer wieder Abkühlung aus dem Gartenschlauch. Die Donots, seit 1993 im Geschäft und oft Vorband der Toten Hosen hauten raus als wäre es das erste Mal. Für mich war das defintiv “Bester-Live-Act”, auch wenn sie diese Auszeichnung 2012 knapp verfehlten. Nach zwei Zugaben verließen die Donots die Bühne und entließen ein ausgepowertes, aber zufriedenes Publikum zurück. Und die Donots hielten Wort: Sie machten keine Scherze über die Orte Sorge und Elend !

Schwer war es nun für die folgenden Bands daran anzuknüpfen. Aber mit De Staat, The Love Bülow und Indie.Disko.Gehen folgten dann noch weitere gute Acts ehe der Tag auf den Bühnen zu Ende ging.

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